## 1. Vergleich der drei Fälle auf PDF-Strukturebene Alle drei PDFs folgen derselben Grundstruktur: 1. **Kopfdaten**: Probe, Datum, Landwirt, Kuh 2. **klinische Angaben**: Vorbehandlung, Untersuchungsbeginn, Untersuchungsende 3. **Viertelgrafik**: VL, VR, HL, HR mit Erregereintrag 4. **Antibiogramm**: bezogen auf 4/4 oder ein einzelnes Viertel 5. **Empfehlung/Therapie**: neu oder umstellen, lokale und/oder systemische Behandlung 6. **Sonstiges / Rückfragehinweis / interner Vermerk** Die Unterschiede entstehen vor allem durch die in der App erfassten Daten: Anzahl der betroffenen Viertel, Erreger, Antibiogramm und Therapieauswahl. | Fall | Betroffenes Viertel | Erreger | Antibiogramm | Therapieart | | ------ | ------------------: | ------------------------------------ | ---------------- | ---------------------------------------------------------------- | | Fall 1 | 4/4 | Streptokokken in allen vier Vierteln | Antibiogramm 4/4 | neu; Euterantibiotikum, Schmerzmittel, systemisches Antibiotikum | | Fall 2 | HR | coliformer Keim | Antibiogramm HR | neu; Euterantibiotikum, Schmerzmittel | | Fall 3 | VR | E. coli | Antibiogramm VR | umstellen; Euterantibiotikum, systemisches Antibiotikum | Im ersten Fall wird der Befund auf alle vier Viertel bezogen; im zweiten und dritten Fall ist der Befund viertelspezifisch. Das PDF übernimmt diese Logik direkt: Bei Fall 1 steht **„Antibiogramm 4/4“**, bei Fall 2 **„Antibiogramm HR“**, bei Fall 3 **„Antibiogramm VR“**. --- ## 2. Wie sich die App-UI abhängig von den erfassten Daten verändert ### A. Viertelauswahl steuert spätere Masken und PDF-Ausgabe Die wichtigste Verzweigung ist die Auswahl des Euterviertels: | App-Auswahl | Wirkung in der App | Wirkung im PDF | | -------------- | --------------------------------------------------------- | --------------------------------------------------------------------------- | | VL, VR, HL, HR | Erreger und Antibiogramm werden diesem Viertel zugeordnet | Erreger erscheint im passenden Quadranten; Antibiogramm trägt Viertelkürzel | | 4/4 | Erfassung gilt für alle Viertel | Antibiogramm 4/4; Erreger kann in allen vier Vierteln erscheinen | | unbek. | Viertel ist nicht sicher zuordenbar | Befund wäre vermutlich weniger exakt viertelbezogen | Fall 1 zeigt die **4/4-Logik**: Streptokokken erscheinen in VL, VR, HL und HR; das Antibiogramm ist entsprechend als **4/4** ausgegeben. Fall 2 und Fall 3 zeigen die **Einzelviertel-Logik**: HR bzw. VR werden im Euterkreuz und im Antibiogramm fortgeführt. ### B. Erregerauswahl verändert den Befundinhalt Die App bietet offenbar Standard-Erreger als Buttons und zusätzlich Freitext/Sonderfelder. | Fall | App-Logik | PDF-Ergebnis | | --------------- | ------------------------------------ | ----------------- | | Streptokokken | Standarderreger / Gruppe | „Streptokokken“ | | coliformer Keim | eher Freitext oder Sammelbezeichnung | „coliformer Keim“ | | E. coli | Standardbutton | „E. coli“ | Das PDF übernimmt den Erreger nicht als Liste irgendwo am Ende, sondern setzt ihn direkt in die **Viertelgrafik**. Dadurch sieht der Landwirt sofort: **Welcher Erreger sitzt in welchem Viertel?** ### C. Antibiogramm-UI wird im PDF gruppiert In der App wird das Antibiogramm vermutlich als Matrix erfasst: * Wirkstoff auswählen * Bewertung setzen: sensibel / resistent / intermediär bzw. mäßig sensibel Das PDF wandelt diese Matrix in Textgruppen um: | App-Bedienung | PDF-Darstellung | | ------------- | ---------------- | | Wirkstoff = S | „sensibel“ | | Wirkstoff = R | „resistent“ | | Wirkstoff = I | „mäßig sensibel“ | Bei Fall 1 gibt es sensible, resistente und mäßig sensible Wirkstoffe. Bei Fall 2 ebenfalls alle drei Kategorien. Bei Fall 3 erscheinen nur sensible und resistente Wirkstoffe; eine mäßig-sensibel-Zeile fehlt, weil offenbar kein Wirkstoff in diese Kategorie eingetragen wurde. Das ist ein wichtiges UI-Verhalten: **Leere Kategorien werden im PDF offenbar nicht ausgegeben.** ### D. Therapie-UI erzeugt variable Therapieblöcke Die Therapieblöcke im PDF hängen davon ab, welche Bereiche in der App ausgefüllt wurden. | Fall | PDF-Therapieblöcke | | ------ | ------------------------------------------------------------------------- | | Fall 1 | Antibiotikum ins Euter, Schmerzmittel systemisch, Antibiotikum systemisch | | Fall 2 | Antibiotikum ins Euter, Schmerzmittel systemisch | | Fall 3 | Antibiotikum ins Euter, Antibiotikum systemisch | Das zeigt: Das PDF ist nicht statisch. Es blendet Behandlungsbereiche abhängig von den erfassten Therapieangaben ein. Beispiel: In Fall 2 gibt es kein systemisches Antibiotikum, daher erscheint nur **Schmerzmittel systemisch: Kelaprofen**. In Fall 3 gibt es dagegen ein systemisches Antibiotikum mit Dosierung und Applikationsort: **Sulphix, 33 ml in den Muskel**. ### E. „neu“ vs. „umstellen“ verändert die Bewertung der Therapieempfehlung Im PDF steht bei Fall 1 und 2 **„Empfehlung/Therapie: neu“**, bei Fall 3 **„Empfehlung/Therapie: umstellen“**. Das ist fachlich wichtig: * **neu** bedeutet: Es wird eine neue Therapie empfohlen. * **umstellen** bedeutet: Eine bisherige Behandlung soll geändert werden. In der App dürfte das ein Auswahlfeld oder Button sein. Im PDF ist es aber nicht bloß eine Überschrift, sondern eine Handlungsanweisung für den Landwirt. --- ## 3. Welche PDF-Angaben ergeben sich direkt aus App-Eingaben? Diese Angaben sind weitgehend direkte Übernahmen aus der Erfassung: | PDF-Angabe | Herkunft aus App | | --------------------------------------------- | ----------------------------------- | | Landwirt | Auswahl / Suche in der App | | Kuh | Kuhnummer oder Kuhname | | Vorbehandlung | eingegebene Medikamente | | Viertel | Viertelbutton | | Erreger | Erregerbutton oder Freitext | | Antibiogramm-Bewertungen | S/R/I-Auswahl in Antibiogramm-Maske | | Therapieentscheidung | neu / umstellen | | Medikamente | Auswahl in Therapiemaske | | Häufigkeit, Dauer, Dosierung, Applikationsort | Eingabefelder / Auswahlfelder | | interner Vermerk | internes Bemerkungsfeld | --- ## 4. Welche PDF-Angaben sind nicht einfach direkte Eingabe und trotzdem wichtig für den Landwirt? ### 1. Untersuchungsbeginn und Untersuchungsende Diese Angaben wirken wie Labor-/Systemdaten und nicht wie reine App-Stammdaten. Sie sind wichtig, weil der Landwirt sieht, **wann die Probe tatsächlich untersucht wurde** und ob der Befund zeitlich plausibel ist. Beispiel: Fall 1 wurde vom **18.05.2026 bis 20.05.2026** untersucht, Fall 2 vom **17.05.2026 bis 18.05.2026**, Fall 3 vom **17.04.2026 bis 19.04.2026**. Warum wichtig: Bei Mastitis ist Zeit entscheidend. Der Landwirt kann einschätzen, wie aktuell der Befund ist. ### 2. Die räumliche Darstellung im Euterkreuz Das Euterkreuz ist nicht nur Deko. Es übersetzt die App-Auswahl in eine **visuelle Orientierung am Euter**. Für den Landwirt ist das wichtig, weil er nicht nur liest „VR“ oder „HR“, sondern direkt sieht, **welches Viertel betroffen ist**. Das ist besonders deutlich bei Fall 2 und 3: * Fall 2: coliformer Keim bei **HR** * Fall 3: E. coli bei **VR** ### 3. Die Gruppierung des Antibiogramms Die App erfasst wahrscheinlich einzelne Bewertungen pro Wirkstoff. Das PDF macht daraus eine praxisnahe Sortierung: * sensibel * resistent * mäßig sensibel Diese Gruppierung ist nicht bloße Darstellung, sondern eine **Interpretationshilfe**. Der Landwirt sieht sofort, welche Wirkstoffe geeignet oder ungeeignet sind. Besonders wichtig ist die resistente Liste, weil sie erklärt, warum eine Behandlung nicht wirken kann oder umgestellt werden sollte. ### 4. Die Therapieempfehlung als verdichtete Handlungsanweisung Die Therapieempfehlung ist mehr als eine Wiedergabe einzelner App-Felder. Sie fasst mehrere Eingaben zu einer konkreten Anweisung zusammen: * welches Medikament * wohin * wie oft * wie lange * welche Menge * welcher Applikationsweg Beispiel Fall 3: **Sulphix, 1 × täglich, 3 Tage lang, 33 ml in den Muskel**. Diese Kombination ist für den Landwirt deutlich wichtiger als die einzelnen App-Felder, weil daraus eine unmittelbar ausführbare Behandlung entsteht. ### 5. „neu“ oder „umstellen“ Diese Angabe ist nicht dekorativ. Sie sagt, ob der Landwirt eine Behandlung beginnen oder eine bestehende Behandlung ändern soll. Bei Fall 3 ist **„umstellen“** besonders wichtig, weil bereits eine Vorbehandlung mit **Ubrolexin** und **Procain-Penicillin G** dokumentiert ist. Das PDF macht daraus: Die bisherige Richtung reicht offenbar nicht aus oder soll angepasst werden. ### 6. Rückfragehinweis Der Satz **„Bei Rückfragen setzen Sie sich bitte mit Ihrem behandelnden Tierarzt in Verbindung“** ist standardisiert, aber nicht nur Deko. Er begrenzt die Eigeninterpretation durch den Landwirt. Gerade bei Antibiogramm und Therapieempfehlung ist das wichtig, weil der Landwirt nicht allein aus der Wirkstoffliste frei entscheiden soll, sondern die Behandlung tierärztlich abgestimmt bleibt. ### 7. Probennummer und Befunddatum Die Probennummer und das Datum wirken administrativ, sind aber praktisch wichtig: * eindeutige Zuordnung bei Rückfragen * Nachweis für Dokumentation * Bezug zur Kuhakte * Bezug zur Arzneimittelanwendung * Verlaufskontrolle bei wiederholten Mastitiden Sie sind also nicht bloße Kopfinformationen, sondern dienen der Nachvollziehbarkeit. --- ## 5. Was ist dagegen eher Layout oder Deko? Eher dekorativ oder rein layoutbezogen sind: * roter Kopfbereich * Praxislogo * Tier-Icons * Linien zur optischen Trennung * Seitenaufbau / Abstände Diese Elemente machen den Befund lesbarer und professioneller, tragen aber fachlich weniger zur Entscheidung des Landwirts bei. Nicht zur Deko zählen dagegen: * Euterkreuz * Viertelkürzel * Antibiogramm-Gruppierung * Untersuchungsdaten * Therapieentscheidung * Dosierung und Dauer * Rückfragehinweis --- ## 6. Kernerkenntnis Die App ist offenbar nicht nur ein Formular, sondern eine **strukturierte Befundlogik**: **Viertel → Erreger → Antibiogramm → Therapieentscheidung → Behandlungsplan** Das PDF ist die landwirtgerechte Ausgabe dieser Logik. Es übernimmt nicht einfach jedes Eingabefeld 1:1, sondern verdichtet, gruppiert und visualisiert die Daten so, dass der Landwirt daraus erkennen kann: * welche Kuh betroffen ist, * welches Viertel betroffen ist, * welcher Erreger gefunden wurde, * welche Antibiotika geeignet oder ungeeignet sind, * ob die Therapie neu begonnen oder umgestellt werden soll, * wie die Behandlung konkret durchgeführt werden soll.